Donnerstag, 26. Juni 2014

Planmäßig verspätet

Seit sechs Wochen haben wir relativ beständiges Sommerwetter. Seit sechs Wochen läuft der Landeanflug im Wesentlichen auf einer Linie von Korschenbroich, über Kaarst, Meerbusch und Lohausen. Landeanflug, das bedeutet Rushhour nach 22.00 Uhr. Plusminus bleiben insgesamt sechs Stunden Ruhe pro Tag. Nach Auffassung der politisch Verantwortlichen in Bund und Land eine vollkommen ausreichende Zeit, um sich von 18 Stunden Dauergedröhne zu regenerieren. Schließlich kann man sich auch am auswärtigen Arbeitsplatz erholen, und bei fest geschlossenen Fenstern schlafen. Oder im Winter. Vorgestern wurde, wie derzeit in vielen Nächten, bis 00.00 Uhr gelandet. Zwar dürfen Landungen nur bis 23.00 Uhr geplant werden, Verspätungen bis 23.30 Uhr sind ohne weiteres erlaubt. Die so genannte Home-Base-Carrier-Regelung erlaubt darüber hinaus für eine Reihe zahlenmäßig bedeutender Fluggesellschaften Verspätungen bis 24.00 Uhr. Auch für die verbleibenden fünf Stunden Nachtruhe kann die Bezirksregierung weitere Genehmigungen erteilen:


Eine gute Übersicht über die reale Überflug-Situation vermittelt die Messstelle Kaarst auf der Seite www.dfld.de

Man muss den Eindruck gewinnen, dass die Verspätungsregelungen (seit Jahrzehnten) systematisch genutzt werden (auf allen Großflughäfen in Deutschland) um regulären Betrieb abzuwickeln und in die Nachtstunden zu verlagern. Jedenfalls wird die Planung niemals entsprechend der Verpätungssituation nachjustiert. Es gibt eine einfache Erklärung. Daran besteht auf der Seite der Flughafenunternehmer überhaupt kein Interesse. Für Öffentlichkeit und Politik wird eine Nachtruhe zwischen 22.00 und 6.00 Uhr kommuniziert. Aber Flieger, die in der Nacht am Boden bleiben, bringen in dieser Zeit nichts ein. Jede Minute Nachtruhe kostet Geld.

Beschwerden von Betroffenen sind also auf die lange Sicht wichtig, wenn sie auch im Einzelfall zunächst wenig bewirken, da sich die Flughafenunternehmer in aller Regel auf geltende Gesetze berufen können.. Adressen:


Wichtig ist, dass die zur Beantragung vorgesehene Erweiterung der Betriebsgenehmigung zur Planung von noch viel mehr Flugbewegungen in der Zeit zwischen 20 und 22 Uhr führen wird, die dann erfahrungsgemäß nach 23 Uhr "geräuschlos" abgewickelt werden.

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