Donnerstag, 25. Juni 2015

Ferienbeginn in NRW: Schlimmer geht immer

Bitte kommen Sie vier Stunden vor Abflugtermin zum Flughafen: In der örtlichen Presse oder bei Spiegel online kann man heute nachlesen, wie es um die Abfertigungskapazität am Flughafen in Düsseldorf bestellt ist. Es braucht keine Kapazitätserweiterung mit zusätzlichen Starts und Landungen, wenn schon die bestehende Kapazität das Bodenpersonal bei weitem überfordert. Auch das Umland zahlt aller Erfahrung nach für diese Misswirtschaft wieder mit seiner Nachtruhe. Wenn eine Maschine im Laufe eines Tages drei- oder viermal von Düsseldorf nach Mallorca und zurück fliegt, summieren sich die abfertigungsbedingten Verspätungen so lange, bis sich der letzte Rückflug in die tiefe Nacht verschoben hat. Aufmerksame Beobachter aus dem Kreis der Lärmopfer haben dieses Geschehen durch die Auswertung der Flugpläne immer wieder analysiert und auch dokumentiert. Die Aufsichtsbehörden lässt das scheinbar kalt. Immer wieder werden mit Pauschalbegründungen Landungen auch noch nach 24 Uhr abgesegnet, selten verweigert. Übrigens erlaubt die geltende Betriebsgenehmigung morgen die Nutzung der vollen technischen Kapazität beider Bahnen für Starts und Landungen. Die angestrebte Erweiterung der Genehmigung zielt nur darauf ab, an Tagen wie diesen noch ein Drittel mehr Menschen durchzuschleusen. Vielleicht dann mit sechs Stunden Wartezeit? Shops, Gastronomie und Parkhäuser, die eigentlichen Umsatzbringer unseres Flughafens, haben damit überhaupt kein Problem. Es wird ihnen eine Freude sein, die Gäste hinter den Sicherheitsschleusen von allen mitgebrachten Flüssigkeiten befreit nun einige zusätzliche Stunden bewirten zu dürfen.  Morgen ist also ein spannender Tag für alle, die sich selbst ein Bild machen wollen. Gestressten Urlaubern kann man eigentlich nur empfehlen, sich unseren Forderungen nach Beibehaltung der jetzigen Planungskapazität und striktem Nachtflugverbot anzuschließen.  Es wird auch für sie sonst nur schlimmer.