Sonntag, 29. Mai 2016

Flughafen Düsseldorf - Ein gutes Geschäft?

53,7 Mio Euro hat der Flughafen Düsseldorf im vergangenen Jahr an Gewinn erwirtschaftet. Ist das viel oder sind das "Peanuts"?, wie ein bekannter Banker einmal angesichts eines entsprechenden Verlustes einen Betrag dieser Größenordnung nannte.

Schauen wir uns einmal in Presseartikeln der letzten Wochen an, was der Preis dieses Gewinnes ist. (Links zu den Presseveröffentlichungen durch Klicken auf die blaue Schrift) Da ist die größte ortsansässige Fluggesellschaft, Air Berlin, die im gleichen Zeitraum etwa den zehnfachen Betrag, rund eine halbe Milliarde Euro Miese gemacht hat und bei jedem verkauften Ticket zehn Euro drauf legt. Frühere Jahre sahen nicht viel besser aus. Trotzdem lohnt es offensichtlich für die Finanziers aus dem nahen Osten, das kranke Pferd weiter zu füttern. Warum? Es schafft weit mehr Kaufkraft nach Dubai als es kostet und schädigt die europäische Konkurrenz. Mehr dazu auch hier.

Weiteres Geld ist unterwegs. Kein Wunder, dass der Lufthansachef Spohr wenig Begeisterung für die neuesten  Expansionspläne der Düsseldorfer Verkehrs-Kannibalen hegt. 

Angesichts dieser Zahlen mutet es schon wie Kleingeld an, was das am Jahresende in der Düsseldorfer Stadtkasse landet. Aber damit nicht genug. Auch der lokale Einzelhandel muss bluten, ehe der Kämmerer der Landeshauptstadt dieses Geld sieht: 60% des Gewinns macht unser Flughafen mit Handel und Parken, inklusive wettbewerbswidriger Sonntagsverkäufe in einem Einkaufszentrum mit angeschlossener Startbahn auf der grünen Wiese.

Immerhin, die Umlandgemeinden gehen bei diesem Geschäft komplett leer aus. PR-Aktionen können die Bürger dort nicht darüber hinwegtäuschen dass für  kostspieligen Lärmschutz kein Geld vorhanden ist. Fünfhundert tägliche Überflüge während der Zeit von 5.00 Uhr früh bis 24.00 Uhr nachts, wenige hundert Meter über dicht besiedeltem Stadtgebiet sind nach geltender Rechtslage keinen Cent Entschädigung wert. Und dabei soll es bleiben, wie der Geschäftsführer des Flughafens bei den Informatonsveranstaltungen im Umland wissen ließ.

Interessant ist es auch, das Projekt Kapazitätserweiterung einmal aus dem Blickwinkel des Klimaschutzes zu betrachten. Anfang des Monats berichtete die Rheinische Post über die Errichtung eines neuen Tanklagers in Lohausen. Das alte Lager, mit einer Kapazität von 4,6 Mio Liter Kerosin reichte gerade mal für einen Tagesbedarf. Bei der Verbrennung dieser Menge Treibstoff entstehen täglich rund 13 Millionen kg CO². Das entspräche 182,5 kg CO² für jeden einzelnen Euro, den der Düsseldorfer Kämmerer in der gleichen Zeit durch den Flughafen einnimmt!

Mittwoch, 25. Mai 2016

Aufklärung der Schafe durch die Wölfe


Sebastian Peters kommentierte in der Rheinischen Post Mitte Mai das mangelnde Interesse der Bürger an der jüngsten Informationsveranstaltung des Flughafens in Meerbusch und sieht darin eine verpasste Chance.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/meerbusch/fluglaerm-wie-sehr-aergert-er-die-meerbuscher-wirklich-aid-1.5976060

Hätte er, statt sich auf seine Intuition zu verlassen, im Zuge einer Recherche einmal einen Blick in die im Internet zugänglichen Wortprotokolle der so genannten Informationsveranstaltungen der Flughafen GmbH zur Kapazitätserweiterung getan, so wüsste er, warum sich solche Veranstaltungen kein erfahrener Betroffener antut. Hier das Fazit eines Ratsmitgliedes aus Kaarst am 21. November 2013:


Bürger:

[…] Das Fazit lautet für mich, dass [...] Sie im Übrigen mit völlig leeren Händen nach Kaarst gekommen sind. Dass die Enttäuschung darüber nach zwei Stunden so stark ist, dass viele Leute jetzt einfach den Saal verlassen, [...] Sie können nicht nur hierherkommen und sagen, was Sie wollen, und dann noch sagen, wir wollen auch Ihre Interessen berücksichtigen, aber konkret kommt hier nichts an - kein Vorschlag, keine Kompromissbereitschaft, nichts.
(Beifall)

[...] Das ist für mich unerträglich, und ich wundere mich wirklich nicht, dass die Leute dann sagen: Okay, die zwei Stunden hätte ich mir auch schenken können. Es ist nichts Neues dabei herausgekommen. [...] Kommen Sie, wenn Sie das nächste Mal hierherkommen, mit irgendetwas, was Sie uns vorschlagen können. Ansonsten, würde ich sagen, bleiben Sie zu Hause.
(Beifall)

https://www.dus.com/~/media/fdg/dus_com/konzern/unternehmen/kapazitaetserweiterung/pdfs/protokolle/protokoll_kaarst_2013-11-21.pdf

Protokollauszug S. 46

Fluglärmbetroffene verfügen über alle relevanten Informationen zum Lärmgeschehen aus erster Hand. Wir kennen das Problem weit besser als die Geschäftsführung der Flughafen GmbH. Die Veranstaltungen des Flughafens richten sich auch nicht wirklich an uns, sondern ausschließlich an die nichtbetroffene Mehrheit der Bevölkerung, um deren Zustimmung für die weitere Schädigung der Minderheit unter den An- und Abflugwegen zu gewinnen. Wie wir auch an diesem Artikel erkennen, geht das leider, sogar gegenüber Journalisten, ganz einfach.